„Niemand will Kinder zu schultütentragenden Ich-lingen erziehen, die nur noch davon
träumen, möglichst schnell möglichst viel Geld zu verdienen. Es geht darum, junge
Menschen zu eigenen Ideen anzustiften, um die Wirtschaft und Gesellschaft von
Morgen zu gestalten.“
SZ, 11.11.2017

Bildung – ein Themenfeld, welches in Zeiten von Fachkräftemangel, Globalisierung, Digitalisierung und Automatisierung gleichzeitig von entscheidender Bedeutung und in seiner Umsetzung hoch umstritten ist. Besondere Eigenschaften der aktuellen Bildungspolitik sind insbesondere ideologisch geführte Debatten sowie der konträre Verlauf von kurzfristigem wirtschaftlichem Interesse und dem langfristigen Interesse der heutigen Schülerinnen und Schüler und damit der Zukunft unserer Wirtschaft und damit unseres Landes.

Im Rahmen des Studienprojekts „Marktorientierte Produktentwicklung“ im Fachbereich Wirtschaftsingenieurswesen an der DHBW Heidenheim, haben wir uns zum Ziel gesetzt, ohne persönliches finanzielles Interesse einen eigenen Vorschlag zur Debatte beizusteuern.

Aus unseren eigenen Erfahrungen und aus dem öffentlichen Diskurs haben wir folgende Thesen über Schülerinnen und Schüler deutscher Gymnasien aufgegriffen:

1. Selbstständigkeit ist unattraktiv bzw. die Angst vor dem Scheitern ist groß – Die
Zahl der Unternehmensgründungen ist trotz des Hypes um die Start-up Szene
seit Jahren rückläufig.

2. Sicherheit geht vor – 32% aller Studierenden streben eine Anstellung im
öffentlichen Dienst an.

3. Vorbilder prägen die spätere Laufbahn – Kinder von ökonomisch erfolgreichen
Eltern sind ebenfalls häufig erfolgreich.

Das Projekt MODELO hat daraus abgeleitet das Ziel, Schülerinnen und Schülern die  unermessliche Vielfältigkeit der ihnen offen stehenden Werdegänge aufzuzeigen. Um dieses zu erreichen werden wir eine Plattform bilden, welche in der Region Heidenheim wissenschaftlich, gesellschaftlich und/oder ökonomisch erfolgreiche Personen für Vorträge, einzelne Unterrichtsstunden oder ganze Projekttage an Schulen oder einzelne Klassen vermittelt. Damit verfolgen wir nicht die Absicht, dass die Schülerinnen und Schüler diesen „neuen“ Vorbildern blind nacheifern, viel mehr wollen wir sie ermutigen, inspirieren und motivieren, Schritte abseits der Ihnen bekannten gesellschaftlichen und beruflichen Lebenswege in Betracht zu ziehen. Die oberste Leitidee unseres Projekts ist aber mehr Chancengleichheit. Insbesondere bezogen auf die von Hause aus vorhandenen und vor allem die nicht vorhandenen Vorbilder abseits der Eltern und Lehrer.

Julius Bühre |  Lars Heinrich | Marius Lechermeier | Lasse Lohmeier | Jan Meyer | Christoph Wickel